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#heilig – Das Motto überrascht, denn es verbindet zwei Bereiche, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Ein „#“ ist eine Auszeichnungsmethodik, um bestimmte Begriffe oder Themen in den sozialen Netzwerken auffindbar zu machen. „Heilig“ ist ein Wesensmerkmal, das mit Gott in Verbindung gebracht wird. Durch die Kombination soll zum Ausdruck gebracht werden: die menschliche Dimension, der Alltag, die digitale Welt und das Heilige, was von Gott her kommt, müssen nicht gegensätzlich oder fremd zueinander sein. Sie können vielmehr miteinander verbunden gedacht und erlebt werden.

Heilig – eine Annäherung an den Begriff

(Quelle die-bibel.de / Begriffserklärung BasisBibel)

Heilig ist alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Gott selbst ist heilig, d.h. er ist ganz anders als alles, was wir in dieser Welt kennen: Er hat die Welt geschaffen und erhält sie. Vor ihm müssen sich die Menschen am Ende der Zeit im Gericht verantworten. Er schenkt den Menschen Heil und Rettung. Im Alten Testament spielt die Heiligkeit v.a. im Zusammenhang mit dem Tempel und den Priestern eine große Rolle. Der Tempel ist heilig, weil er als Wohnung Gottes gilt. Hier können die Menschen dem heiligen Gott begegnen. Die Priester haben die Aufgabe, zwischen „heilig“ und „unheilig“ zu unterscheiden. Gleichzeitig aber gehört es zu ihrem Dienst, zwischen dem heiligen Gott und den unheiligen Menschen zu vermitteln, sodass Menschen mit Gott in Kontakt kommen können. Die Menschen, die Gott erwählt, sollen so leben, dass sie Gott in seiner Heiligkeit achten und seine Gebote halten. Das ist in der Weisung „Ihr sollt heilig sein; denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig“ (3. Mose/Levitikus 19,2) zum Ausdruck gebracht. Neues Testament: Im Neuen Testament wird betont, dass allein Gott heilig ist. Alles, was auf Erden als „heilig“ bezeichnet werden kann, hat Anteil an Gottes Heiligkeit. Seine Heiligkeit strahlt auf das aus, was mit ihm verbunden ist. Der Apostel Paulus spricht die Christen in seinen Briefen als „Heilige“ an, weil sie durch den Glauben an Jesus Christus heilig sind. Das bedeutet, dass alle Menschen, die an Jesus glauben, versöhnt mit Gott und im Frieden mit ihm leben können. Ihnen schenkt Gott den Heiligen (und heilig machenden) Geist.

„#heilig“ – ein Motto muss übersetzt werden

Wer dem Heiligen in der Bibel auf die Spur kommen will, muss mehr als nur eine Wortsuche im Bibeltext vornehmen. Denn auch wenn der Begriff in den gängigen Bibelausgaben zwischen 550 und 600 mal vorkommt (je nach Übersetzung) und der Begriff „heilig“ natürlich ein zentraler ist, erschließt er sich dadurch inhaltlich nicht automatisch. Denn je nach Kontext betont er das „Göttliche“ und bisweilen distanzierte, also die Andersartigkeit und Erhabenheit Gottes gegenüber den Menschen. Oder er betont das, was durch Gottes Erwählung zu ihm gehört und so kommt die Heiligkeit Gottes auf einmal sehr nahe an den Menschen heran und nimmt als das Göttliche Raum im Alltäglichen ein. Im gängigen Sprachgebrauch wird unter dem Begriff „heilig“ häufig das „nicht-Irdische“ und „allein Göttliche“ bzw. aus menschlicher Sicht „Verehrungswürdige“ verstanden. Ergänzend wird mit „heilig“ das klassifiziert, was einen besonderen Stellenwert bekommen hat und besondere Zuwendung verdient. Das kann auch aus dieser Welt stammen und durch den persönlichen Wert zu etwas Heiligem werden. #heilig möchte die unterschiedlichen Zugänge zusammenbringen und dadurch verdeutlichen: Was in der Bibel von Gott her manchmal als unnahbar erscheint, kann doch dem Menschen heute persönlich vertraut werden. Und es kann Teil des Alltags werden, wenn ich – wie mit hashtags – markiere und kennzeichne, wo Vernetzungen zwischen der menschlichen und göttlichen Welt entstehen. Ein einführender theologischer Artikel zum Thema „heilig“ findet sich im wissenschaftliche Bibellexikon (WiBiLex): Heilig / profan / Heiligkeit (AT) - Thilo Alexander Rudnig